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Type Working Paper
Title Bodenknappheit, Bodendegradation und Ressourcenschutz im Lichte von Bevolkerungsentwicklung, Bevolkerungsstruktur, Migration und traditionellem Bodenrecht
Author(s)
Publication (Day/Month/Year) 2008
Abstract
Lange Zeit galt die Region Süd-West, besonders in ihrem südlichen Teil, den heutigen Provinzen
Poni und Noumbiel, als "grüne Insel". Geographische Bedingungen (Relief, hydrographisches
Reseau) und klimatische Faktoren (Umfang der Niederschläge, Länge der Regenzeit)
führten zu einer relativen Feuchtigkeit der Böden, die es der Vegetation erlaubte, auch
einen Teil der Trockenzeit zu überstehen.1
Die Auswertung von Luftbildern der heutigen Provinzen Poni und Noumbiel aus dem
Jahr 1984 zeigt, dass damals der Trockenwald 48%, die Baum- und Dornbuschsavanne 21%
und die reine Dornbuschsavanne 19% der Fläche einnahmen, während nur knapp 11% mit
Feldern und Brachland bedeckt waren.
Das langsame Bevölkerungswachstum schien das Fortbestehen dieser Situation zu begünstigen.
Zwischen den beiden Volkszählungen von 1975 und 1996 wuchs die Bevölkerung
der Region (mit 1,46%) nur halb so schnell wie die Durchschnittsbevölkerung des Landes
(2,92%).
Die Vorstellung von der "grünen Insel" ergab jedoch schon lange ein trügerisches Bild.
Henri Labouret hatte bereits 1931 die Böden als nährstoffarm und flachgründig beschrieben.
Es hätte also einer gezielten Inwertsetzung und intensiver Bewirtschaftung bedurft, um deren
Qualität zu verbessern oder wenigstens zu erhalten.
Das langsame demographische Wachstum war nicht das Ergebnis eines langsamen
natürlichen Wachstums, sondern die Folge meist temporärer, manchmal aber auch definitiver
Arbeitsemigration der jungen Männer in Richtung Elfenbeinküste. Ohne diese Migrationsbewegung
wäre die Bevölkerung der Region ebenso schnell gewachsen wie die der anderen
Regionen. Und der Exodus der jungen Männer führte zu einem chronischen Mangel
an Arbeitskräften, was besonders in den entscheidenden Phasen der Anbausaison weitreichende
Auswirkungen hat.
Am frühesten sichtbar wurden die Probleme im nördlichen Teil der Region (den heutigen
Provinzen Bougouriba und Ioba), wo die Bevölkerungsdichte zum Teil (Ioba) schon lange
über dem burkinischen Durchschnitt lag und der Druck auf die Böden entsprechend höher
war. Aber sie haben inzwischen auch den südlichen Teil der Region erfasst. Dort ist zwar,
wie die Auswertung von Luftbildern aus dem Jahre 1999 zeigt, der Anteil des Trockenwaldes
praktisch gleich geblieben, was auch damit zusammenhängt, dass er noch auf besonders
armen Böden wachsen kann. Aber die Baum-und Dornbuschsavanne weicht zunehmend der
reinen Dornbuschsavanne, und oft wird sie direkt in Ackerland umgewandelt. Innerhalb von
15 Jahren hat sich der Flächenanteil der reinen Dornbuschsavanne und des Ackerlands (zusammengenommen)
von 30% auf 43% ausgedehnt.
Die Statistiken des für die Landwirtschaft zuständigen Ministeriums (Ministère de l'Agriculture,
de l'Hydraulique et des Ressources Halieutiques – MAHRH) zeigen, dass sich dieser
Prozess umgebremst fortsetzt. Im Zeitraum 2003-2006 lag der Anteil der kultivierten Böden
an der Gesamtfläche in der Provinz Noumbiel zwischen 9% und 13%, in der Provinz Poni
zwischen 11% und 13%, in der Provinz Bougouriba zwischen 15% und 19% und in der Provinz
Ioba zwischen 24 und 38%.2 Hier wäre noch das Brachland hinzuzurechnen, dessen
Umfang im südlichen Teil in manchen Jahren einem guten Drittel des bebauten Lands entspricht.
Reine Dornbuschsavanne, Ackerland und Brachland dürften heute, zusammengenommen,
schon die Hälfte der Fläche einnehmen.

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